Rustikale Innereienküche trifft BBQDie Kombination aus kräftig angerösteter Rinderniere, dunklem Rotwein, Zwiebeln, Senf und einer gut dosierten Säure funktioniert erstaunlich gut. Der Dutch Oven bringt dabei genau das mit, was dieses Gericht braucht. Kräftige Röstaromen und eine langsam eingekochte, intensive Sauce.Die Buttermilch ist dabei kein Selbstzweck. Sie nimmt der Rinderniere etwas von ihrer intensiven Note, während das eigentliche Aromenspiel erst später im Dutch Oven entsteht.
Die Schüssel abdecken und im Kühlschrank ca. 3–8 Stunden ziehen lassen.
Die Buttermilch mildert den kräftigen Eigengeschmack der Rinderniere und sorgt für einen etwas runderen Geschmack.
Anschließend Buttermilch vollständig abgießen.
Nierenstücke unter kaltem Wasser gründlich abspülen und mit Küchenpapier sehr gut trocken tupfen.
Wichtig: Die Buttermilch nicht weiterverwenden.
Zubereitung
Grill für indirektes Grillen auf etwa 160–180 °C vorbereiten.
Wer etwas mehr BBQ-Charakter möchte, kann ein kleines Stück Buchen- oder Kirschholz zum Räuchern verwenden.
Dutch Oven oder eisenpfanne direkt über die Hitze stellen.
2 EL Butterschmalz darin erhitzen.
Rinderniere portionsweise kräftig anbraten.
Nicht zu viele Stücke gleichzeitig in den Dutch Oven geben – sie sollen richtig Farbe bekommen und nicht im eigenen Saft kochen.
Angebratenen Nierenstücke kurz herausnehmen.
Grob geschnittenen 2 große Zwiebeln in den Bratensatz geben und kräftig anrösten.
Zwiebeln dürfen ruhig ordentlich Farbe bekommen – genau hier entsteht später ein großer Teil des Geschmacks.
1 EL Mehl darüberstreuen und unter ständigem Rühren etwa eine Minute mitrösten.
Mit 250 ml Rotwein oder dem dunklen Bier ablöschen und den Bratensatz vom Boden des Dutch Oven lösen.
350 ml Rinderfond angießen.
2 EL Senf, 1 Lorbeerblatt, 4 Wacholderbeeren und 1 TL Zucker dazugeben. Wer es etwas rauchiger und BBQ-mäßiger mag, gibt zusätzlich geräuchertes 1 TL Paprikapulver dazu.
Rinderniere wieder in die Sauce geben.
Schmoren
Dutch Oven schließen und die Rinderniere bei etwa 160 °C indirekter Grilltemperatur 35–45 Minuten sanft schmoren lassen.
Die Sauce sollte nur leicht simmern und nicht wild kochen.
Nach etwa 30 Minuten die Konsistenz kontrollieren.
Die Niere sollte weich sein, aber nicht zerfallen.
Jetzt kommt die Säure
Erst gegen Ende kommt der Essig ins Spiel.
Zunächst 2-3 EL Weißweinessig einrühren und probieren.
Falls die Sauce noch mehr Säure verträgt, nach und nach einen weiteren Esslöffel hinzufügen.
Mit 1 Prise Salz, Schwarzer Pfeffer und optional etwas 1 TL Worcestersauce abschmecken.
Wer die BBQ-Variante bevorzugt, kann jetzt noch 1 TL BBQ-Sauce einrühren. Sie sollte aber nicht den Geschmack der Niere überdecken.
Sauce anschließend noch 5–10 Minuten ohne Deckel einkochen lassen.
Zum Schluss frisch gehackte 1 EL Petersilie darübergeben.
Pitmaster-Tipps
Bei der Niere entscheidet die Vorbereitung.Nimm dir beim Parieren Zeit und entferne das komplette weiße Innenfett sowie die festen Stränge im Inneren. Genau diese Stellen können später unangenehm zäh werden.Buttermilch ja – aber mit Augenmaß.Die Buttermilch nimmt der Rinderniere etwas von ihrem intensiven Eigengeschmack. 3–8 Stunden reichen völlig aus. Danach abgießen, gründlich abspülen und die Niere sehr gut trocken tupfen.Röstaromen sind dein Freund.Die Nierenstücke nicht einfach in die Sauce geben. Erst im heißen Dutch Oven kräftig anrösten. Auch die Zwiebeln dürfen ordentlich Farbe bekommen. Dieser Bratensatz ist die Basis für die spätere Sauce.Nicht totkochen.Rinderniere braucht Zeit, aber keine brutale Hitze. Die Sauce sollte beim Schmoren nur sanft simmern. Zu starkes Kochen kann die Niere trocken und fest machen.Mit der Säure langsam arbeiten.Der Essig kommt erst zum Schluss. Lieber zunächst weniger verwenden, probieren und anschließend nachjustieren. Eine gute saure Niere lebt von der Balance aus kräftig, würzig, leicht süß und angenehm säuerlich.Rauch sparsam einsetzen.Ein wenig Buchen- oder Kirschrauch passt hervorragend. Aber übertreib es nicht. Die Rinderniere bringt bereits einen charakteristischen Geschmack mit. Der Rauch soll begleiten und nicht dominieren.Am nächsten Tag schmeckt sie fast noch besser.Wenn etwas übrig bleibt, unbedingt aufheben. Über Nacht verbinden sich Sauce und Aromen noch einmal. Beim langsamen Erwärmen gegebenenfalls einen kleinen Schluck Rinderfond dazugeben.